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Lager Liebenau – 2. Auflage in neuem Gewand

Wo heute Häuser stehen und Gras über die Flächen gewachsen ist, befand sich vor 80 Jahren das größte NS-Zwangsarbeiterlager der Stadt: das Lager Liebenau.

Lange Zeit war dieses Kapitel der Grazer Zeitgeschichte fast vollständig aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwunden. Doch im Frühjahr 2017 änderte sich das schlagartig. Bei Bauarbeiten für das Murkraftwerk stieß ein Bautrupp auf Mauerreste und eine Treppe – steinerne Zeugen einer grausamen Realität.

Ein Ort verdichteter Geschichte

Das Lager Liebenau war kein statischer Ort; seine Funktion wandelte sich mit dem Verlauf des Krieges:

  • 1940: Gegründet als „Lager V“ für Umsiedler.
  • 1945: Eine Durchgangsstation für ungarische Juden auf ihren Todesmärschen in das KZ Mauthausen.
  • Das Verbrechen: Mindestens 34 Menschen wurden hier im April 1945 ermordet.

Nach den britischen Militärgerichtsprozessen 1947 geschah etwas Bezeichnendes: Das Areal wurde überbaut, die Baracken wichen der städtischen Expansion. Die Geschichte wurde buchstäblich unter die Erde verlagert.

Die 2. Auflage

Das Interesse an der Aufarbeitung dieses Ortes ist ungebrochen. Nachdem die erste Auflage des Begleitbandes zur Ausstellung im GrazMuseum (2018) vergriffen war, freuen wir uns, Ihnen ab März 2026 die 2. überarbeitete Auflage vorstellen zu dürfen.

  • Hochwertige Ausstattung: Diese Neuausgabe besticht durch eine überarbeitete Papier-Ausstattung, die den zahlreichen Illustrationen und historischen Dokumenten den gebührenden Rahmen verleiht.
  • Wissenschaftliche Exzellenz: Herausgegeben von Univ.-Prof. Dr. Barbara Stelzl-Marx, bietet der Band eine komprimierte, aber tiefgreifende Dokumentation der Ausstellungsinhalte.

Warum wir uns gerade heute erinnern müssen

Wissenschaftliche Publikationen wie „Lager Liebenau“ sind mehr als reine Bestandsaufnahmen der Vergangenheit. Sie sind Mahnmale dafür, dass Geschichte nicht einfach verschwindet, nur weil wir nicht mehr über sie sprechen.

Dieses Buch richtet sich an alle, die sich für die Regionalgeschichte von Graz interessieren, aber auch an jene, die verstehen wollen, wie Gedenkkultur im 21. Jahrhundert funktioniert: transparent, wissenschaftlich fundiert und mutig genug, auch dorthin zu schauen, wo wir Jahrzehnte lang weggesehen haben.